"Apple-Zulieferer beschäftigen Kinderarbeiter" titelten heute der Spiegel und andere Medien. Das schockiert nicht sonderlich, sind doch Berichte über die schlechten Arbeitsbedingungen in der Zulieferkette der Elektronikindustrie, wie sie hier auch bei Apple der Fall sind, bereits seit längerem bekannt. Der Unterschied ist jedoch, dass Apple diese Ergebnisse des unternehmensinternen Sozialstandardsmonitoring selbst herausgegeben hat. Zwar sind Inspektion über die Einhaltung des Codes of Conducts zunehmends eine Pflichtveranstaltung für Unternehmen, aus Angst vor Reputationsverlusten werden die Ergebnisse jedoch nur selten offen und transparent diskutiert.
Doch statt das Unternehmensimage Schaden erleidet, ist bei einer langfristigen Transparenzstrategie eher das Gegenteil der Fall. Intransparenz schürt Misstrauen, schnell kann man so einem Unternehmen unterstellen, nur das eigene Profitinteresse ohne Rücksicht auf die sozialen und ökologischen Verluste im Blick zu haben. Betriebe, die statt dessen offen mit Problemen und Schwierigkeiten ihrer Produktion umgehen, können das Vertrauen stärken und verdeutlichen ein ernsthaftes Interesse, sich dieser Thematik zu stellen. Erkennbar wird dies z.Bsp in den Reaktionen auf die Berichterstattung. Im Forum bei SpOn äußern sich Leser überwiegend verständnisbereit. Vom Teilnehmer kriosus heißt es beispielsweise:
"auch wenn ich persönlich apple für noch schlimmer als microsoft halte, muss ich doch anerkennen, das sie diesen missstand selbst noch vor der presse erkannt und entsprechend gehandelt haben. die funktion der presse hier sollte sein das jetzt zu begleiten und zu kontrollieren. es könnte ja immerhin sein, das apple es ehrlich meint und sich seiner moralischen verpflichtung bewusst ist."
Auch in der Community bei areamobile gibt es neben genereller Kapitalismuskritik auch Anerkennung für die Veröffentlichung durch Apple. Weniger das Unternehmen bietet so die Angriffsfläche für Kritik als dass die Rahmenbedingungen der globalisierten Wirtschaft per se infrage gestellt werden.

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